Springerpools helfen Krankenhäusern, Personalausfälle aufzufangen und flexiblere Arbeitsbedingungen zu ermöglichen. Eine Studie zeigt jedoch: Damit das Modell funktioniert, braucht es verlässliche Dienstplanung und nachvollziehbare Regeln für den Personaleinsatz.
Transparente Regeln sind für Springerpools entscheidend
Springerpools können Krankenhäuser dabei unterstützen, kurzfristige Personalausfälle auszugleichen und flexiblere Arbeitsbedingungen zu ermöglichen. Damit solche Modelle erfolgreich sind, kommt es jedoch auf Transparenz und klare Absprachen an. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Instituts Arbeit und Technik (IAT) der Westfälischen Hochschule, die gemeinsam mit dem in Essen durchgeführt wurde.
Für Pflegekräfte, die in Springerpools arbeiten, sind vor allem verlässliche Dienstpläne, Wunschdienstzeiten und die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben wichtig. Viele schätzen zudem die Möglichkeit, in unterschiedlichen Bereichen eingesetzt zu werden und neue Kompetenzen zu erwerben. Finanzielle Anreize spielen laut Studie dagegen eine geringere Rolle.
Wenn Wünsche und Stationsalltag kollidieren
Gleichzeitig macht die Untersuchung deutlich, dass flexible Einsatzmodelle auch Herausforderungen mit sich bringen: Sind Poolbeschäftigte aufgrund ihrer Wunschdienstzeiten nur eingeschränkt verfügbar, müssen Stationsteams Personalausfälle teilweise selbst auffangen. Zudem wurden Fragen der Verteilungsgerechtigkeit zwischen Stationen und zusätzlicher Aufwand bei der Einarbeitung von Poolkräften kritisch bewertet.
Nachvollziehbare Regeln schaffen Akzeptanz
Im Mittelpunkt des Projekts stand deshalb die Frage, wie Entscheidungen über den Einsatz von Poolbeschäftigten transparenter gestaltet werden können. Gemeinsam mit Pflegedirektion, Interessenvertretungen, Führungskräften und Beschäftigten wurden verschiedene Verfahren entwickelt, um Personalverteilungen nachvollziehbarer zu machen. Dazu gehören unter anderem Modelle zur Darstellung von Entscheidungswegen sowie regelmäßige Übersichten über die Einsätze von Poolbeschäftigten.
Jedes Krankenhaus braucht eigene Lösungen
Für die Studie wurden zwölf Interviews mit Leitungen und Interessenvertretungen geführt sowie 58 Beschäftigte befragt, darunter 15 Poolkräfte und 43 Stationsbeschäftigte. Die Forschenden kommen zu dem Schluss, dass Springerpools keine Standardlösung sind. Vielmehr müssten sie an die jeweiligen Strukturen und Bedürfnisse eines Krankenhauses angepasst werden.
Vor dem Hintergrund des anhaltenden Pflegepersonalmangels und der Veränderungen in der Krankenhauslandschaft dürfte die Gestaltung flexibler Personaleinsatzmodelle künftig weiter an Bedeutung gewinnen.