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Stiftung fordert verbindlichen Maßnahmen

Welt-Sepsis-Tag

|von Alena Kunter

Laut Sepsis-Stiftung könnten in Deutschland pro Jahr mindestens 10.000 Todesfälle vermieden werden – durch verbindliche Maßnahmen für Prävention, Früherkennung und Versorgung.

Szene auf der Intensivstation
© KH Krauskopf / Thieme

Die sepsisbezogene Sterblichkeit ist in Deutschland nach Angaben der Sepsis-Stiftung seit etwa 30 Jahren auf hohem Niveau. Noch vor der Pandemie starben hierzulande demnach jährlich rund 140.000 Menschen im Zusammenhang mit Sepsis. Zwischen 1990 und 2019 nahm die sepsisbezogene Sterblichkeit in Deutschland um 10,1 Prozent zu. Im selben Zeitraum sank sie in Norwegen um 26,7 Prozent und in Finnland um 21,1 Prozent.

Auch im internationalen Vergleich sieht die Stiftung erheblichen Handlungsbedarf: Im Jahr 2021 entfielen in Deutschland 247 sepsisbedingte Todesfälle auf 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner. In Australien lag die Rate bei 109 je 100.000 Menschen und damit bei weniger als der Hälfte. Bei Neugeborenen verzeichnete Deutschland 380 Todesfälle je 100.000, Norwegen 248 je 100.000.

Die Stiftung plädiert daher dafür, Kenntnisse über Infektionsprävention, frühe Warnzeichen und angemessene Reaktionen verbindlich in Ausbildung, Studium sowie Fort- und Weiterbildung aller Fachkräfte im Gesundheitswesen zu verankern. Sepsis müsse zudem entlang der gesamten Versorgungskette als zeitkritischer Notfall behandelt werden – von Leitstellen und Rettungsdienst über Notaufnahmen bis zu den Stationen.

Außerdem sollte die Qualitätssicherung bei Sepsis über Sektorengrenzen hinweg ausgebaut werden. Ambulante Versorgung, Rettungsdienst, Notaufnahme und Krankenhaus sollen stärker als zusammenhängendes System arbeiten. Vorgesehen ist daher ein dreistufiges Netz aus sepsisvorbereiteten Krankenhäusern, Sepsiszentren und umfassenden Sepsiszentren.

Ein weiterer Vorschlag betrifft die sogenannte JANNs Regel: Bei einer akuten oder unklaren Verschlechterung sollen Betroffene und Angehörige in allen Krankenhäusern unkompliziert eine unabhängige medizinische Überprüfung verlangen können.


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