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Ausbildung gewinnt an Attraktivität

Pflegeausbildung im Aufwind

|von Alena Kunter

Immer mehr junge Menschen scheinen sich für Gesundheits- und Pflegeberufe zu interessieren: Bundesweit steigen die Ausbildungszahlen, einzelne Schulen verzeichnen sogar Rekordwerte bei den Bewerbungen. Gleichzeitig bleibt der Fachkräftemangel eine große Herausforderung.

Pflegeazubis schauen in ein Buch
Quelle: K. Oborny/Thieme

Dass die Ausbildung für Gesundheits- und Pflegeberufe an Attraktivität gewinnt, zeigt aktuell das Klinikum Ludwigshafen: Dort gingen laut deren Pressemitteilung für das Ausbildungsjahr 2026 mehr als 3.000 Bewerbungen für die insgesamt 200 Ausbildungsplätze in den fünf Schulen für Gesundheits- und Pflegeberufe ein. Zusätzlich bewarben sich rund 850 junge Menschen um Praktikumsplätze – ein neuer Höchststand.

Bundesweit steigende Ausbildungszahlen

Auch bundesweite Daten weisen auf ein wachsendes Interesse an Pflegeausbildungen hin: Laut Statistischem Bundesamt haben 2025 rund 64.300 Menschen eine Pflegeausbildung begonnen. Das sind acht Prozent mehr als im Vorjahr. Nach Einschätzung des Bundesinstituts für Berufsbildung entwickeln sich die Gesundheitsberufe damit entgegen dem allgemeinen Trend, da die Zahl der Auszubildenden in vielen anderen Branchen rückläufig ist.

Auch am Klinikum Ludwigshafen beobachten die Verantwortlichen seit zwei Jahren einen kontinuierlichen Anstieg der Bewerberzahlen. Nach Angaben der Schulleitung gibt es inzwischen wieder Wartelisten für Ausbildungsplätze.

Warum Gesundheitsberufe attraktiver werden

Fachleute sehen mehrere Gründe für die steigende Nachfrage. Eine wichtige Rolle spielen die guten Perspektiven auf dem Arbeitsmarkt. Wer eine Ausbildung im Gesundheitswesen abschließt, hat häufig gute Chancen auf eine direkte Übernahme und eine unbefristete Beschäftigung. Gerade in wirtschaftlich unsicheren Zeiten gewinnt diese Jobsicherheit für viele junge Menschen an Bedeutung. Nach Einschätzung von Ausbildungsverantwortlichen tragen außerdem soziale Medien dazu bei, Gesundheitsberufe sichtbarer zu machen und jungen Menschen einen realistischen Einblick in den Berufsalltag zu vermitteln.

Fachkräftemangel bleibt bestehen

Trotz der positiven Entwicklung wird der steigende Nachwuchs den Fachkräftemangel im Gesundheitswesen nicht vollständig ausgleichen können. Fachleute verweisen auf den wachsenden Versorgungsbedarf einer alternden Gesellschaft. Zudem könnte der Mangel an qualifizierten Lehrkräften die weitere Entwicklung bremsen. Auch am Klinikum Ludwigshafen gestaltet sich die Gewinnung von Lehrpersonal nach eigenen Angaben zunehmend schwierig.


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