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Prävention kann Fälle um 40 Prozent senken

Delir nach kardiovaskulärer OP

|von Alena Kunter

Das Delir zählt zu den häufigsten, aber am stärksten unterschätzten Komplikationen nach herzchirurgischen und interventionellen Eingriffen.

Krankenhausflur
© RAIVO SARELAINENS/stock.adobe.com

Das Delir zählt zu den häufigsten, aber am stärksten unterschätzten Komplikationen nach herzchirurgischen und interventionellen Eingriffen. Dies belegt eine Auswertung von 1604 Studien aus über 30 Jahren, die das Universitätsklinikum Bonn (UKB) vor kurzem durchgeführt hat. Besonders ältere Patienten, etwa nach komplexen herzchirurgischen OPs, sind betroffen.

Folgen für Patienten und Versorgung

Die Folgen: Ein Delir führt zu verlängerten Intensiv- und Krankenhausaufenthalten, steigert die Sterblichkeit, erhöht die Pflegebedürftigkeit und ist ein klarer Risikofaktor für dauerhafte kognitive Einschränkungen. Gleichzeitig gilt es als Prädiktor für langfristigen geistigen Abbau. Besonders die hypoaktive Form wird häufig übersehen, wenn Screenings wie die CAM nicht routinemäßig eingesetzt werden.

Prävention kann Delirrate deutlich senken

Dabei macht die Analyse deutlich, dass eine multimodale, nicht-medikamentöse Prävention die Delirrate um bis zu 40 Prozent senken kann. Effektiv sind frühe Mobilisation, Reorientierung, Schlafhygiene, kognitive Stimulation, eine konsequente Schmerztherapie sowie die Einbindung von Angehörigen.

Konsequente Erfassung und abgestufte Behandlung

Die Experten fordern daher eine konsequentere Delirerfassung im Alltag. Tritt ein Delir dennoch auf, empfehlen sie ein abgestuftes Behandlungskonzept, das nichtpharmakologische Maßnahmen in den Mittelpunkt stellt – und fordern weitere Studien, um klare Leitlinien zu entwickeln.


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