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Deutschland im europäischen Vergleich

Defizite bei Prävention und Gesundheitsförderung

|von Redaktion

Studie: Wie konsequent setzen 18 europäische Länder wissenschaftlich empfohlene Maßnahmen zur Förderung gesunder Lebensweisen um?

Hand auf Burger
© Guys Who Shoot/stock.adobe.co

Der vom AOK-Bundesverband, dem Deutschen Krebsforschungszentrum und einem internationalen Forschungsteam entwickelte Public Health Index (PHI) zeigt erstmals, wie konsequent 18 europäische Länder wissenschaftlich empfohlene Maßnahmen zur Förderung gesunder Lebensweisen umsetzen. Untersucht wurden vier zentrale Handlungsfelder: Tabak, Alkohol, Ernährung und Bewegung. Diese gelten als wichtigste beeinflussbare Risikofaktoren für chronische Erkrankungen wie Krebs, Typ-2-Diabetes oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Im europäischen Vergleich schneidet Deutschland unterdurchschnittlich ab und liegt mit 36,9 von 100 möglichen Punkten auf dem vorletzten Platz. An der Spitze des Rankings stehen Großbritannien und Finnland mit jeweils 72,4 Punkten, gefolgt von Irland mit 67,1 Punkten.

Defizite bei Tabak, Alkohol und Ernährung

Deutschland bleibt insbesondere in der Tabak- und Alkoholpolitik sowie im Bereich Ernährung weit zurück und landet in diesen drei Feldern jeweils auf den hinteren Rängen. Auffällig ist vor allem die geringe Umsetzung struktureller Maßnahmen wie Werbebeschränkungen, Nichtraucherschutz und einer höheren Besteuerung von Tabak und Alkohol. Diese Instrumente gelten als besonders wirksam.

Im Handlungsfeld Ernährung gehört Deutschland zu den Schlusslichtern, da die Politik keine der untersuchten Maßnahmen flächendeckend umsetzt.

Bewegung: Formale Kriterien erfüllt, verbindliche Strategien fehlen

Ein differenzierteres Bild zeigt sich bei der Bewegungsförderung: Deutschland erfüllt viele formale Kriterien. Dennoch fehlen an wichtigen Stellen verbindliche Strategien, etwa beim Zufußgehen oder beim Ausbau sicherer Wege.

Laut repräsentativen Befragungen unterstützt eine Mehrheit der Bevölkerung politische Maßnahmen wie höhere Steuern auf Tabak und Alkohol, die Anhebung des Mindestverkaufsalters für Alkohol oder die Mehrwertsteuerbefreiung gesunder Lebensmittel.


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