Die Zahl der pflegebedürftigen Menschen steigt weiter – und längst betrifft dies nicht mehr nur Hochbetagte.
Immer mehr jüngere Menschen gelten als pflegebedürftig
Die Zahl der pflegebedürftigen Menschen steigt weiter – und längst betrifft dies nicht mehr nur Hochbetagte. Das zeigt der neue „Report Pflegebedürftigkeit“ des Medizinischen Dienstes Bund, der auf mehr als drei Millionen Pflegebegutachtungen aus dem Jahr 2025 basiert.
Ein wesentlicher Grund für den Anstieg bei jüngeren Erwachsenen ist die seit 2017 erweiterte Berücksichtigung kognitiver, psychischer und psychiatrischer Beeinträchtigungen bei der Feststellung der Pflegebedürftigkeit. Die Auswertung verdeutlicht zudem, dass die Versorgung überwiegend im häuslichen Umfeld stattfindet: Neun von zehn pflegebedürftigen Menschen leben zu Hause. Mehr als die Hälfte organisiert die Pflege ausschließlich mithilfe von An- und Zugehörigen und bezieht Pflegegeld, ohne einen ambulanten Pflegedienst einzubinden. Nur rund jede zehnte antragstellende Person beantragte ausschließlich ambulante Sachleistungen, knapp jede fünfte kombinierte Pflegegeld und -dienst.
Neben der Einstufung in einen Pflegegrad sprechen die Gutachter des Medizinischen Dienstes häufig Empfehlungen aus, um die Selbstständigkeit zu erhalten. Bei acht von zehn Erstbegutachtungen wurden Hinweise zu Präventionsmaßnahmen, Heil- oder Hilfsmitteln gegeben. Fast jede zweite erstmals begutachtete pflegebedürftige Person erhielt beispielsweise eine Empfehlung für Hilfsmittel wie Gehhilfen oder Dusch- und Badehilfen. Der Report zeigt außerdem deutliche Veränderungen bei jüngeren Altersgruppen.
Während Pflegebedürftigkeit im höheren Alter weiterhin meist mit Demenz oder anderen altersbedingten Erkrankungen zusammenhängt, ist die Zahl neuer Pflegebedürftiger zwischen 18 und 69 Jahren in den vergangenen Jahren um mehr als 150 Prozent gestiegen. Auch die Zahl der Begutachtungen bei Kindern und Jugendlichen hat sich innerhalb eines Jahrzehnts nahezu vervierfacht. Hier spielen unter anderem ADHS und andere Entwicklungsstörungen eine wichtige Rolle.