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DPR: Aktuelles zur Pflegepolitik

Was bringt Pflegeexzellenz?

|von Deutscher Pflegerat

Pflegeexzellenz klingt zunächst groß. Die entscheidende Frage ist aber ganz praktisch: Was bringt das der Pflege tatsächlich? Der Deutsche Pflegerat gibt darauf in einem Expert*innenpapier eine klare Antwort.

Glühbirne auf Bücherstapel
Quelle: K. Oborny/Thieme

Warum ist Pflegeexzellenz überhaupt ein Thema?

Weil gute Pflege maßgeblich über die Qualität der Versorgung entscheidet. Gleichzeitig sagt der Deutsche Pflegerat: Deutschland nutzt dieses Potenzial bisher nicht konsequent. Es fehlt eine nationale Strategie, um Pflegeexzellenz gezielt zu fördern und weiterzuentwickeln.

Was ist mit Pflegeexzellenz gemeint?

Gemeint ist kein Schlagwort und kein Prestigeprojekt. Es geht um Pflege, die fachlich stark, wirksam und gut organisiert ist. Also um Strukturen und Rahmenbedingungen, die dazu beitragen, dass Pflege ihre Wirkung voll entfalten kann. Exzellenz ist dabei kein Einzelprojekt, sondern ein kontinuierlicher Entwicklungsprozess.

Was bringt Pflegeexzellenz konkret?

Der DPR macht deutlich: Pflegeexzellenz verbessert die Ergebnisqualität, hilft dabei, Fachpersonal zu binden, und senkt Folgekosten. Gute Pflege wirkt also nicht nur für die Menschen, die versorgt werden. Sie stabilisiert auch Teams, Organisationen und das Versorgungssystem. Investitionen in Pflegeexzellenz zahlen sich also aus. Sie haben einen positiven Social Return on Investment: Höhere Qualität verbessert die Versorgung und stärkt zugleich Effizienz und Nachhaltigkeit.

Geht es dabei auch um bessere Arbeitsbedingungen?

Ja, und genau hier wird das Thema greifbar. Das Expert*innenpapier des DPR verweist auf internationale Erkenntnisse, wonach Exzellenzprinzipien mit besseren Arbeitsbedingungen, höherer Arbeitszufriedenheit, weniger emotionaler Erschöpfung und geringerer Fluktuationsneigung verbunden sind. Pflegeexzellenz kann also dazu beitragen, Arbeitsplätze attraktiver zu machen und professionelle Pflege zu stärken.

Wo liegt in Deutschland das Problem?

Aus Sicht des DPR fehlt vor allem eine nationale Strategie. Obwohl die Bedeutung professioneller Pflege hoch ist, wird ihr Beitrag oft unterschätzt. Hinzu kommen Schwächen bei Qualitätsdaten, Dokumentation, Digitalisierung und wissenschaftlicher Einbindung. Besonders in der Langzeitpflege erfassen bestehende Systeme nur einen Teil der Versorgungsqualität.

Was fordert der Deutsche Pflegerat?

Der DPR nennt drei zentrale Schritte: eine nationale Infrastruktur für Qualitätsdaten und Benchmarking, ein nationales Pflegeforschungsnetzwerk mit Institut für Pflegeentwicklung und Exzellenz sowie eine starke und verbindliche Einbindung des Pflegemanagements auf allen Entscheidungsebenen.

Was ist darüber hinaus nötig?

Pflegeexzellenz braucht evidenzbasierte Pflege, klare Rollen, kontinuierliche Weiterbildung, gute Personalstrukturen, Mitbestimmung der Pflege, datenbasierte Steuerung sowie verlässliche Daten, Forschungsförderung und klare politische Rahmenbedingungen. Hinzu kommt ein Arbeitsumfeld, das professionelle Eigenständigkeit und gute multiprofessionelle Zusammenarbeit ermöglicht.

Was ist die wichtigste Botschaft?

Pflegeexzellenz entsteht nicht von allein. Sie ist das Ergebnis gezielter politischer und organisatorischer Entscheidungen. Investitionen in Pflegeexzellenz sind keine Zusatzaufgabe, sondern eine strategische Notwendigkeit für ein sicheres, widerstandsfähiges und qualitativ hochwertiges Gesundheitssystem. Das Expert*innenpapier „Qualitätsentwicklung durch die Förderung von Pflegeexzellenz in Deutschland“ der DPR-Fachkommission „Exzellenzentwicklung in der Pflege“ finden Sie auf der Website des Deutschen Pflegerats (Profession stärken -> Positionen). Wer wissen will, wie Pflegequalität gezielt gestärkt, sichtbar gemacht und weiterentwickelt werden kann, sollte einen Blick in das Papier werfen. Es liefert Argumente, Orientierung und konkrete Ansatzpunkte für alle, die Pflege mitgestalten wollen.

Franziska Berghoff

Franziska Berghoff, Deutscher Pflegerat, ­Referentin für die pflegerische Versorgung ­im Krankenhaus
Mehr Infos: www.deutscher-pflegerat.de


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