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Studie zeigt Risiken bei Hochbetagten

Mehr Medikamente, mehr Stürze?

|von Alena Kunter

Fast jede zweite Person ab 80 Jahren nimmt fünf oder mehr Medikamente ein. Eine aktuelle Analyse der Studie zeigt: Polypharmazie und die Verordnung sturzfördernder Arzneimittel gehen häufig mit einem erhöhten Sturzrisiko einher.

Gestürzte ältere Frau
©Racle Fotodesign - stock.adobe.com/stock.adobe.com

Stürze zählen zu den häufigsten Gesundheitsrisiken im hohen Alter. Daten der Gesundheit 65+-Studie zeigen, dass bereits zu Beginn der Befragung 38,1 Prozent der Menschen ab 80 Jahren innerhalb der zurückliegenden zwölf Monate mindestens einmal gestürzt waren. Ein Jahr später lag dieser Anteil bereits bei 46,7 Prozent. Mehrfachstürze wurden ebenfalls deutlich häufiger berichtet. Die Befragung fand zwischen Juni 2021 und April 2023 statt.

Achtung Nebenwirkungen

Ein möglicher Einflussfaktor ist die Medikamenteneinnahme. Nahezu jede zweite hochbetagte Person nahm fünf oder mehr Arzneimittel gleichzeitig ein. Zudem erhielt ein großer Teil der Studienteilnehmenden mindestens ein sogenanntes FRID-Medikament („fall-risk-increasing drug“). Zu dieser Gruppe gehören Arzneimittel, deren Nebenwirkungen beispielsweise Schwindel, Benommenheit, Sedierung oder Blutdruckabfälle begünstigen und damit das Sturzrisiko erhöhen können.

Besonders häufig wurden Diuretika verordnet. Dahinter folgten Opioide, Alphablocker, Antidepressiva, Antiepileptika und Vasodilatatoren. In der Analyse zeigte sich zunächst, dass die Einnahme von FRID-Medikamenten mit einem nahezu doppelt so hohen Risiko für einen Sturz verbunden war.

Wichtig: Eine multidimensionale Sturzprävention

Die Forschenden betonen jedoch, dass Stürze im hohen Alter selten auf eine einzelne Ursache zurückzuführen sind. Ebenfalls mit einem erhöhten Sturzrisiko assoziiert waren unter anderem Adipositas, depressive Symptome, Multimorbidität, Sehbeeinträchtigungen, Harninkontinenz und Gedächtnisprobleme. Nach Berücksichtigung dieser Faktoren blieben insbesondere Harninkontinenz, Sehprobleme und depressive Symptome als relevante Risikofaktoren bestehen.

Aus Sicht der Autorinnen und Autoren sprechen die Ergebnisse für eine multidimensionale Sturzprävention. Dazu zählen regelmäßige Medikationsprüfungen, die kritische Bewertung potenziell sturzfördernder Arzneimittel, Sehkontrollen sowie die Behandlung von Inkontinenz und Depressionen. Ergänzend können individuell angepasste Bewegungsprogramme dazu beitragen, Mobilität und Sicherheit im Alltag zu erhalten.

Für Pflegefachpersonen ergibt sich daraus ein klarer Auftrag: Neben der Beobachtung von Sturzereignissen sollten auch mögliche Medikamentennebenwirkungen und weitere individuelle Risikofaktoren systematisch erfasst werden. Die Studie macht deutlich, dass eine wirksame Sturzprävention nur gelingt, wenn medizinische, pflegerische und therapeutische Maßnahmen zusammengedacht werden.


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