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Abschluss Alten- oder Kinderkrankenpflege kaum genutzt

Sonderabschlüsse vor dem Aus?

|von Alena Kunter

Analyse zeigt: 2023 und 2024 haben insgesamt 72.117 Personen ihre Ausbildung abgeschlossen. 99 Prozent von ihnen erwarben den generalistischen Abschluss als Pflegefachperson.

Schülerinnen sitzen vor Laptop
Quelle: Kirsten Oborny/Thieme

Der vor kurzem vorgelegte gemeinsame Evaluationsbericht von BMBFSFJ und BMG an den Bundestag nach § 62 Pflegeberufegesetz (PflBG) analysierte, wie häufig Auszubildende anstelle des generalistischen Abschlusses die spezialisierten Abschlüsse in Altenpflege oder Gesundheits- und Kinderkrankenpflege wählen. Zudem wurde geprüft, ob die Sonderwege bei einer Quote von unter 50 Prozent gestrichen werden können.

Generalistischer Abschluss ist der Regelfall

Das Ergebnis: 2023 und 2024 haben insgesamt 72.117 Personen ihre Ausbildung abgeschlossen. 99 Prozent von ihnen erwarben den generalistischen Abschluss als Pflegefachperson.

Für 2024 meldet der Bericht 13.701 Auszubildende mit Vertiefungseinsatz in der Langzeitpflege. Davon wählten 83 den Abschluss in der Altenpflege. Das entspricht 0,6 Prozent dieser Gruppe beziehungsweise 0,2 Prozent aller Absolventinnen und Absolventen.

Kinderkrankenpflege: Höhere Quote, insgesamt aber geringer Anteil

In der Gesundheits- und Kinderkrankenpflege übten 324 von 1.275 Auszubildenden mit entsprechendem Vertiefungseinsatz ihr Wahlrecht aus. Das entspricht 25 Prozent innerhalb dieser Gruppe, jedoch lediglich 0,8 Prozent aller Absolventinnen und Absolventen.

Insgesamt ergibt sich damit eine Gesamtquote von nur rund einem Prozent für spezialisierte Abschlüsse.

Ministerien setzen auf Fort- und Weiterbildung

Die Ministerien folgern, dass Spezialisierungsbedarfe künftig besser durch Fort- und Weiterbildungen oder durch Studiengänge abgedeckt werden könnten. Vor einer endgültigen Entscheidung schlagen sie eine flächendeckende fachliche Anhörung vor.

Der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste (bpa) kritisiert die niedrigen Zahlen als „Folge verfehlter Ausbildungspolitik“.


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